Hautambulanz und Allergieberatung

 

 

Die Haut ist das größte Organ des Körpers, sie reagiert auf Umweltreize und spiegelt den inneren Zustand des Körpers wider.

Hautprobleme sind eines der häufigsten Gründe, warum ein Kleintier beim Tierarzt vorgestellt wird.

 

Ursachen dafür können sein:

  • Parasiten

  • Pilze

  • Bakterien

  • Allergien

  • Autoimmunerkrankungen

  • hormonelle Störungen

  • Tumore

 

Eine gründliche dermatologische Untersuchung ist mit mehr Zeitaufand verbunden, da zuerst eine genaue Erhebung der Krankengeschichte notwendig ist.

 

Symptome einer Hauterkrankung können sein:

  • Juckreiz
  • haarlose Hautstellen
  • Ohrenentzündungen
  • Schuppen und Krusten
  • Hautknoten

     

    Klinisch - dermatologischer Untersuchungsgang

    Eine ausführliche Besitzerbefragung mit Vorbericht über die bisherigen Details der Beschwerden (Anamnese) geht der eigentlichen Untersuchung des Patienten voraus. Das Zusammentragen dieser Informationen ist zwar zeitaufwendig, bietet aber einen wichtigen Bestandteil zur späteren Diagnosefindung und zur optimalen Therapiewahl.

     

    Die Grunduntersuchung beinhaltet eine ganzheitliche klinische Untersuchung des Patienten, wo die verschiedenen Organsysteme auf Ihre Funktion geprüft werden.

    Genaue Betrachtung von Haut und Haar am ganzen Körper ist eine wichtige Untersuchungsform und wird immer gemacht. Dabei wird genau auf die verschiedenen Veränderungen und deren Lokalisation geachtet.

     

    Untersuchung mit dem Flohkamm, inkl. mikroskopische Untersuchung zum Nachweis von Hautparasiten: Flöhe, Flohkot, Haarlinge und Läuse können mit dem Flohkamm eingefangen werden und sind von blossem Auge sichtbar. Andere Hautparasiten, v.a. Milben, sind sehr klein und können nur mikroskopisch erkannt werden. Eine Untersuchungsart für Milben ist die mikroskopische Betrachtung der Haare und Schuppen.


    Hautgeschabsel zum Nachweis von Hautparasiten: Verschiedene parasitierende Milben leben auf und in der Haut. Beim Geschabsel werden schmerzlos oberflächlich Hautbestandteile mit einem Skalpel abgeschabt, gesammelt und mikroskopisch betrachtet.



    Haut-Abklatschpräparate mit zytologischer Untersuchung zur Eingrenzung der Entzündungsart und Erkennen von Infektionen. Die Probe wird mit einem Objektträger entnommen, angefärbt und mikroskopisch untersucht. Dabei können die verschiedenen Hautzellen,  Entzündungszellen, Bakterien und Pilze (v.a. Hefepilze: Malassezia) erkannt werden.



    Trichogramm - mikroskopische Betrachtung der Haare. Dabei wird die Struktur und die Wachsumstphase der Haare beurteilt. Zusätzlich wird auf Hautparasiten, Pilzinfektionen, und Zeichen von Juckreiz geachtet.


    Wood'sche Lampe wird zur Pilzdiagnostik gebraucht. Die Lampe sendet ein blaues UV-Licht aus, welches die Pilzform Microsporum canis in ca 50% der Fälle grünlich aufleuchten (fluoreszieren) lässt.

     

    Die Ohrsekretuntersuchung ist zur Eingrenzung der Entzündungsart und Erkennen von Erregern (zytologische Untersuchung) geeignet. Viele Hunde (und auch Katzen) leiden an Ohrinfektionen, die durch Bakterien oder Hefepilze verursacht werden.

    Bei starker Ohrenentzündung hilft eine Ohrspülung in Narkose den ganzen Gehörkanal von Eiter und Schmutz zu befreien und die Entzündung zu dämmen.



    Hautprobenentnahme (Biopsie): Bei unklaren Hautkrankheiten hilft die histologische Untersuchung der Haut, eine Diagnose zu stellen. Dabei werden in Sedation und Lokalanästhesie ca. 6 mm grosse Hautproben entnommen und zur Untersuchung an die Spezialisten weitergeleitet.

     

    Probenentnahme von Hautknoten (Feinnadelaspiration) und zytologische Untersuchung: Dabei werden einzelne Zellen des Hautknotens mit einer Injektionsnadel entnommen und mikroskopisch beurteilt. So können verschiedene Entzündungen und Tumoren erkannt werden.

     

    Allergietest im Blut: Der Blut - Allergietest wird eingesetzt, wenn die Diagnose atopische Dermatitis (Allergie gegen Umweltallergene) schon bekannt ist und in einem nächsten Schritt herausgefunden werden soll, auf welche Allergene der Patient allergisch ist. (Ein Allergen ist eine Substanz, die das Immunsystem aktivieren kann und eine allergische Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion) auslösen kann.)

     

    Pilzkultur: Zur Pilzkultur werden Haare und Schuppen der veränderten Hautstelle auf ein Kulturmedium gelegt und für ca. 14 Tage bebrütet.


    Bakterienkultur: Oft ist es sinnvoll nicht nur zu wissen, dass eine bakterielle Infektion vorliegt, sondern auch welche Bakterien beteiligt sind und welches Antibiotikum bei genau diesem Keim am besten wirkt und keine Antibiotikumresistenz vorliegt. Dazu werden Proben zur bakteriellen Kultur in spezialisierte Labors eingesendet.


    Funktionstest zum Nachweis von hormonellen Hauterkrankungen: Hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Nebennierenüberfunktion (Hyperadrenokortizismus) können Haut- und Haarveränderungen verursachen.

     

     


    Drei Hautallergietypen kommen bei Hund und Katze am häufigsten vor: Die Flohspeichelallergie, die Futtermittelallergie und die atopische Dermatitis. Klinisch sind diese Allergieformen voneinander nicht abzugrenzen, so dass man zur Diagnose schrittweise vorgehen muss. Wichtigstes Symptom der Allergie ist der Juckreiz an einer oder verschiedenen Körperstellen. Nicht selten gibt es Hunde oder Katzen, die mehrere Allergien gleichzeitig haben.

     

    Die Flohspeichelallergie ist eine Allergie gegen den Flohspeichel. Sie kann Hunde und Katzen jeden Alters und jeder Rasse betreffen. Nicht bei allen Tieren findet man bei der Untersuchung tatsächlich Flöhe oder Flohkot im Fell. Bei allergischen Hunden und Katzen werden deutlich weniger oder keine Flöhe auf dem Körper gefunden als bei nicht allergischen Tieren. Hat man den Verdacht auf eine Flohallergie, ist es wichtig, dass alle anderen Hunde und Katzen im Haushalt, auch wenn diese sich nicht kratzen, behandelt werden, denn auch sie können Träger von Flöhen sein. Eine gute Flohprophylaxe ist bei jedem allergischen Tier so oder so zu empfehlen.

     

    Bei der Futtermittelallergie reagiert ein Tier individuell auf ein oder mehrere Nahrungsmittelproteine mit allergischen Symptomen (Juckreiz mit oder ohne Verdauungsprobleme). Allergie auslösend können zum Beispiel Rindfleisch, Milchprodukte, Hühnerfleisch, Lammfleisch, Fisch, Getreideprodukte oder auch Futterzusätze sein. Eine Futtermittelallergie kann sich ganz plötzlich gegen einen bestimmten Bestandteil entwickeln, auch wenn der Patient schon über längere Zeit dasselbe frisst. Die Veranlagung dazu gilt als erblich, jedoch wird das Tier nicht mit einer Allergie geboren.

    Die Diagnose einer Futtermittelallergie kann leider weder durch einen Bluttest noch durch einen Allergietest gestellt werden. Der einzige Weg zur Diagnose ist zur Zeit die Durchführung einer sog. Ausschlussdiät für eine Zeitspanne von mindestens 6 - 8 Wochen. Diese Ausschlussdiät soll nach Möglichkeit aus Bestandteilen bestehen, die das Tier vorher noch nie gefressen hat. Während dieser 6 - 8 Wochen darf nur die Ausschlussdiät gegeben werden – keine Belohnungen und auch keine Vitaminpräparate. Der einzige Weg, eine aussagfähige Eliminationsdiät durchzuführen, besteht in einer strengen und konsequent durchgeführten Diät.

    Wir empfehlen nach Beendigung der Eliminationsdiät, das ursprüngliche Futter wieder für 1 - 2 Wochen zu geben. Dies wird Provokationstest genannt. Erst wenn nach dem Provokationstest wieder Juckreiz auftritt, kann die Diagnose Futtermittelallergie als sicher angesehen werden. Zeigt ihr Tier nach diesem Belastungstest wieder vermehrten Juckreiz, kehren sie bitte wieder zu dem Diätfuttermittel zurück. Da man sicher sein kann, dass ihr Tier dieses gut verträgt, sollte sich der Juckreiz hierdurch schnell wieder vermindern. Erst dann testet man nach und nach, welches Futtermittel für ihr Tier geeignet ist. Hierzu gibt man im Zehntageabstand einen Futterbestandteil, wie z.B. Rindfleisch oder Schweinefleisch oder Reis. Erst wenn nach 10 Tagen keine Verstärkung des Juckreizes aufgetreten ist, kann man diesen neuen Futtermittelbestandteil gedanklich auf die Liste der Futtermittel setzen, die ihr Tier verträgt.

     

    Futtermittel

     

     

    Die atopische Dermatitis ist Allergie gegen Umweltallergene wie Hausstaubmilben, Pilzsporen oder Blütenpollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Auch hier ist meist eine Allergie gegen mehrere Allergene vorhanden. Klinisch kann die atopische Dermatitis nicht von einer Futtermittelallergie unterschieden werden. Bevor eine atopische Dermatitis diagnostiziert werden kann, muss daher eine Futtermittelallergie ausgeschlossen werden.

    Die Symptome sind durch Juckreiz mit Kratzen, Beißen und Reiben von Gesicht, Pfoten und Bauch gekennzeichnet. Bei manchen Hunden sind andere Körperstellen betroffen, wieder andere Patienten zeigen häufige bakterielle Infektionen. Bei den meisten Patienten beginnt die Erkrankung in den ersten Lebensjahren, schon sehr junge Hunde können Symptome zeigen. Häufige Ursachen der atopischen Dermatitis sind Schimmelpilze, Staubmilben und Pollen von Gräsern oder Bäumen. Diese mikroskopisch kleinen Teilchen rufen bei manchen Hunden eine allergische Reaktion hervor. Je nach der Ursache der Allergie sind die Symptome anfänglich nur im Frühjahr (Bäume), Sommer (Gräser) oder ganzjährig ein Problem (Staubmilben). Oft wird die Erkrankung jedes Jahr schlimmer und die Problemdauer länger, die meisten Hunde sind nach einigen Jahren ganzjährig betroffen. Allergien können durch gleichzeitigen Floh- oder Insektenbefall noch erheblich verschlimmert werden. Sogar wenn keine Flöhe oder Insekten (wie Ameisen oder Mücken) zu sehen sind, kann ein einzelner Biss oder Stich die Dermatitis verschlimmern.